zum Inhalt zum Menü

Beitrag

Neuer Beitrag

Achtsamkeit – Mindfulness und Neujahrsvorsätze


27. Jänner 2026

Achtsamkeit ist die Grundlage vieler Neujahrsvorsätze. Achtsamkeit ist auch ein Begriff, der in Mode gekommen ist. Ein Begriff, der wie so vieles in der Sprache nicht nur eine Bedeutung hat. Für manche ist Achtsamkeit ein Begriff, der inflationär verwendet wird. Was kann Achtsamkeit bedeuten?

 

Um zu den Neujahrsvorsätzen zu kommen dauert es ein bisschen, zuerst einmal der Versuch, die Begrifflichkeit einzuorden – zu theoretisch? Dann gleich ab nach unten zu den Neujahrsvorsätzen!

Die einen verstehen Achtsamkeit als meditativen Begriff, bevorzugen ofmals das englische Wort „Mindfulness" und verbinden diesen mit dem Buddhismus. Bei dieser Sichtweise wird Achtsamkeit auf „ein sich selbst wahrnehmen" bezogen und dabei im Hier und Jetzt zu sein. Da gibt es zahlreiche Übungen und Praktiken um den Moment bewusst zu erleben. Diese werden oft als Meditation bezeichnet. Dafür gibt es Kurse, Seminare, Literatur und viel mehr. 

Achtsamkeit bedeutet genauso den Mitmenschen gegenüber sensibel zu sein, und wahrzunehmen, was diese jetzt im Moment brauchen. Dabei sollte nicht beurteilt, kommentiert oder bewertet werden. Auch sind Bücher auf dem Markt vorhanden, die Anleitung zum „Achtsam streiten" geben und damit eine respektvolle Gesprächskultur beschreiben.

Unter Achtsamkeit im Straßenverkehr verstehen die einen, dass man aufpasst, was rundherum los ist, um Unfälle zu vermeiden, andererseits ist damit gemeint, dass Menschen, die sich über andere Verkehrsteilnehmende ärgern oder im Stau stehen, mit Bauchatmung meditativ ihre Unruhe bewältigen.

Achtsam und aufmerksam können als nahezu idente Eigenschaftswörter verwendet werden. Oftmals wird künstlich versucht, diese auseinanderzudividieren. Eine Strömung will Achtsamkeit immer nur auf sich selbst bezogen sehen um die eigene Resilienz zu stärken, und Aufmerksamkeit als das, was anderen gegenüber zu beherzigen ist. Manche meinen Mindfulness trifft es besser, doch sobald die Übersetzung gewählt wird bedeuten „mindful" und „attentive", unter anderem beide aufmerksam und achtsam.

Bei einer Religionslehrpersonenfortbildung „Das Herz der Schule entdecken" im Innerversum in Linz konnte ich erfahren, dass alle Formen irgendwie miteinander zu tun haben. Wenn ich mich immer den Sorgen von gestern widme und schon daran denke, was ich morgen alles erledigen sollte, dann fühle ich mich belastet. Einmal mit gegenüber achtsam zu sein, im Hier und Jetzt präsent zu sein, das stärkt die Resilienz. Wenn ich mit mir gut umgehe, kann ich die Herausforderungen, die mir täglich begegnen, mit Energie und Kraft bewältigen und bin damit fähig andere Menschen und deren Bedürfnisse besser wahrzunehmen. Kommt einem das nicht irgendwie bekannt vor? 

„Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!" 

Wenn ich mit mir selbst nicht klar kommen, wie dann mit den anderen? Und somit schließt sich der Kreis: Egal welche godene Regel welcher Weltreligion, egal wie ich es nenne: Meditation, Beten, ruhig werden, innehalten. Es tut uns gut „mindful", wörtlich übersetzt „geistvoll" zu sein. (hmmm… sind wir einfach „voll des heiligen Geistes")
 

Und jetzt zu den Neujahrsvorsätzen:

Also einmal ein paar Beispiele aus der Gruppe mit Verzicht:

Dry Jannuary: Ich selbst möchte meinem Körper etwas Gutes tun, klar bei allen Sinnen bleiben – also „ be mindful".

Weniger Zucker: Das klassische Abnehmen nach den Weihnachtsferien steht immer hoch im Kurs und ist dem eigenen Körper gegenüber achtsam. (Vielleicht auch dem Gegenüber, wenn man weniger aufgedreht ist.)

Real socialising: Verzicht/Einschränken von Social Media und sich dafür im echten Leben treffen, ausgehen. Achtsam gegenüber anderen Menschen, das wahrnehmen der Bedürfnisse und zuhören geht „face to face" einfach besser

Aufhören zu Rauchen/Wipen/Snoozen, weniger Kaffee, usw.: Unser Körper wird uns diese Achtsamkeit sehr danken und unser Umfeld mit weniger Gerüchen belästigen.

Veganuary: Dabei wird an die Gesundheit, die Tiere und/oder die Umwelt gedacht. (Alles oder auch nur eines davon möglich, je nachdem was man damit bezweckt und welche Art von Lebensmittel man zu sich nimmt) Achtsam gegenüber sich und anderen.

Und dann gibt es noch ein paar Ideen zu Vorsätzen aktiv etwas zu tun:

Gym: Also das Fitnesscenter im Jänner boomen, wird sogar in der Zeit im Bild verkündet. Achte auf deinen Körper!

Beim ersten Weckerklingeln aufstehen (keine snooze Taste): Positiv in den Tag starten und dafür am Abend rechtzeitig zu Bett gehen. Das festigt Geist und Körper.

Öfter an die frische Luft gehen: Sonnentanken und frischluft gibt Kraft und hilft dir beim bewältigen des Alltags, so ein Spaziergang, Radtour, etc. kann sehr meditativ für dich oder sehr unterhaltsam und gesellig sein!

Wasser: Den täglichen Wasserbedarf decken und immer einen Krug auf den Tisch stellen, ist für die Gesundheit wichtig und kann auch Geist und Körper reinigen, sehr mindful.

Familien- und Beziehungspflege: Der nach Umfragen am häufigsten geäußerte Wunsch für das neue Jahr und dieser enthält praktisch alle Typen der oben beschriebenen Achtsamkeitsdefinitionen.

Waren da bekannte Vorsätze dabei? Keine Vorsätze gehabt? Die Passionszeit kommt bestimmt, dass könnte auch wieder einen Anlass bieten, Achtsamkeit, Mindfulness, in den Alltag zu bringen.

 

www.innerversum.at